top of page

IBPES: Artenschutz ist für die Wirtschaft essenziell!

  • 11. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Mai

Am Montag, dem 9. Februar 2026, stellte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) in Manchester den Lagebericht “Business and Biodiversity” vor, den Delegierte aus 150 Mitgliedsstaaten verabschiedet hatten. Über zwei Jahre waren 79 Fachleute aus verschiedensten Disziplinen der Frage nachgegangen, wie Biodiversität und Wirtschaft zusammenhängen. 


Die Schlussfolgerungen und daraus abgeleiteten Gegenmaßnahmen dürften jene wenig erstaunen, die sich bereits eingehender mit den Auswirkungen des Artensterbens beschäftigt haben. Denn längst ist bekannt, dass Wirtschaftsmodelle, die auf Wachstum und Ressourcenverbrauch basieren, Motoren der weltweiten Biodiversitätskrise sind.


Noch scheint unbedarften Betrachtern die Natur intakt © Gesine von Prittwitz
Noch scheint unbedarften Betrachtern die Natur intakt © Gesine von Prittwitz

 

Bemerkenswert war in Manchester aber, dass die Vorsitzenden des IBPES-Assessements bei der Präsentation kein Blatt vor den Mund nahmen. Die Natur sei nach wie vor eine der am meisten unterschätzen Grundlagen der Weltwirtschaft, so Stephan Polasky aus Minnesota. Es sei dringlich, sich von der falschen Vorstellung zu lösen, dass Regierungen und Entscheidungsträger für die Umwelt oder für die Wirtschaft sein müssen [1]. 


Ein besserer Umgang mit der Natur sei für Unternehmen keine Option, sondern eine Notwendigkeit, betonte Ximena Rueda aus Kolumbien. Dies sei für Gewinne und die langfristige Existenz von Firmen ebenso bedeutsam wie für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft [2]. 


Klartext sprach auch Matt Jones aus Großbritannien: “Unternehmen und andere Akteure können entweder den Weg zu einer nachhaltigeren Weltwirtschaft weisen oder letztendlich das Aussterben riskieren – sowohl von Arten in der Natur als auch möglicherweise ihr eigenes" [3]. 


Mantraartig wurde in Manchester wiederholt, was längst bekannt ist [4]. So etwa: Was profitable für Unternehmen sei, führe oft zum Verlust von Biodiversität. Und was gut für Biodiversität und Gesellschaft ist, sei oft nicht profitabel. Oder: Dass der Verlust der Biodiversität eine große Bedrohung und ein transformativer Wandel unumgänglich seien, aber wider besseres Wissen am Status Quo festgehalten werde.

 

Deutlich machten Letzteres die weltweiten Finanzströme im Jahr 2023, die im Lagebericht genannt sind. So hätten sich die globalen öffentlichen und privaten Bewegungen von Geldmitteln mit direkten negativen Auswirkungen auf die Natur auf etwa 7,3 Billionen US-Dollar belaufen. Lediglich 220 Millionen Dollar seien im selben Jahr in Aktivitäten geflossen, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt beitrugen [5]. Was heißt: Nur etwa drei Prozent der Summe, die für naturschädigende Maßnahmen ausgegeben wurden, sind 2023 aufgewendet worden, um der Natur gutzutun.


Nicht zu Unrecht betitelte die taz ihren Kommentar zum Bericht des Weltbiodiversitätsrates mit “Weiterschnarchen führt zum Tod” [6]. Geholfen wird dem Artensterben mit den Appellen aus Manchester, dass die Weltwirtschaft auf Biodiversität angewiesen sei, wohl nicht. Einmal wieder dürfte ein Weckruf erfolgt sein, der bei den Entscheidungsträgern verhallt.


Gesine von Prittwitz für ArtenReich 

Quellen

[3] Siehe hierzu etwa unseren Blogbeitrag: Artenschutz – noch ein Nischenthema 

 

2 Kommentare


Kurzorhrmaus
12. Feb.

 “Unternehmen und andere Akteure können entweder den Weg zu einer nachhaltigeren Weltwirtschaft weisen oder letztendlich das Aussterben riskieren – sowohl von Arten in der Natur als auch möglicherweise ihr eigenes.“

.. Ich befürchte, dass solch pointiert formulierte Warnungen eben leider wie Drohungen wahr- und aufgenommen werden und lieber beiseite geschoben auf einem großen Aktenberg landen werden.

Gefällt mir
Unknown member
23. März
Antwort an

Da hast du Recht, das trifft womöglich auf einige Akteure zu, zugleich könnte es anderen die Augen öffnen. Eben dies ist unser Ziel, welches auf unterschiedlichste Weise verfolgt werden kann und sollte. Diese Aussage ist eher direkter Natur, zugleich zeigt sie die unmittelbare Notwendigkeit, dass Veränderung notwendig ist.

Wie würdest du hingegen eine Formulierung treffen?

Gefällt mir
Symbol-Artenreich-Elbtalaue

Newsletter abonnieren

Es gelten die Datenschutzbestimmungen dieser Webseite.

bottom of page