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Amphibien auf der Spur, Teil 1

  • 4. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Apr.

In dieser Reihe von insgesamt fünf Einträgen möchten wir mit euch in die Welt der heimischen Frösche, Kröten und Molche eintauchen und euch diese faszinierenden, jedoch häufig vergessenen Tiere näherbringen – denn unsere Amphibien schwinden von Jahr zu Jahr und sind dringend auf unsere Hilfe angewiesen. 


Die Frühaufsteher


Da man nur schützen kann, was man auch kennt, erfahrt ihr hier, woran man unsere Amphibien erkennen kann, wie man ihnen lauschen kann und wann sie aktiv sind. Ebenso erwarten euch hier künftig Tipps und Tricks, um euren Garten amphibiengerechter zu gestalten. Nach diesen kurzen einleitenden Sätzen möchten wir euch nun die erste Gruppe der heimischen Amphibien vorstellen: die Frühaufsteher


So ganz offiziell ist diese Bezeichnung natürlich nicht, obwohl sie doch zutreffend ist. Denn auch unter den Amphibien bestehen Konkurrenzen um die besten Laichgewässer, Nahrung usw.  Bekanntlich fängt nur der frühe Vogel den Wurm. Genau diesen Vorsatz haben sich einige unserer heimischen Arten zur Überlebensstrategie gemacht. Diese „Frühaufsteher“ erwachen aus ihrer Winterstarre bereits kurz nachdem der Schnee geschmolzen und der erste starke Regenguss des Frühjahrs gefallen ist. Sie verlassen ihre Verstecke und begeben sich eilig auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Abhängig von der jeweiligen Luft- und Bodentemperatur kann dies bereits Mitte Februar oder bei langanhaltendem Frost erst im April geschehen.

 

Für gewöhnlich besitzen die früh erwachenden Arten jedoch einen wichtigen Vorsprung gegenüber ihren später aktiven Verwandten. Damit wird eine zu starke Konkurrenz um Nahrung im Gewässer vermieden und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ihre Larven zur Ankunft der übrigen Arten bereits ein höheres Entwicklungsstadium erreicht haben. Zusätzlich zählt ein Großteil der Frühaufsteher zur Gilde der Generalisten – d.h., dass diese bei der Gewässerwahl keine zu hohen Ansprüche haben und z.T. selbst in stärker beschatteten Gewässern aufwachsen können, wie es für viele Amphibien eigentlich untypisch ist.  


Welche der heimischen Arten gehören nun zu den „Frühaufstehern“?

Kurz gesagt lassen sich die Erdkröte (Bufo bufo), der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und die drei Braunfroscharten Grasfrosch (Rana temporaria), Moorfrosch (Rana arvalis) und Springfrosch (Rana dalmatina) zu dieser Gruppe zählen. In Teilen Niedersachsens kommen zudem Fadenmolch (Lissotriton helveticus) und Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) hinzu. Somit umfasst diese Gruppe einige der weitverbreitetsten und bekanntesten Amphibienarten Deutschlands, allen voran Erdkröte, Grasfrosch und Teichmolch, von denen ihr sicher schon gehört oder sie sogar gesehen habt. In den folgenden Artikeln dieser Reihe möchten wir euch mit einigen Frühaufstehern näher bekannt machen. 


der Moorfrosch (c) Fabian Kruse
der Moorfrosch (c) Fabian Kruse

Möchtet ihr die Mitglieder dieser Gruppe nun beobachten, bieten die Wanderphasen der Arten im Frühjahr und Herbst die beste Gelegenheit dafür, denn im Gegensatz zu den übrigen Amphibienarten sind selbst die Frösche und Kröten unter den Frühaufstehern vergleichsweise stille Zeitgenossen. Abgesehen von ihren eher leisen Balzrufen sind Erdkröte und Braunfrösche ebenfalls Explosivlaicher: die für andere Frösche und Kröten typischen wochenlangen Rufkonzerte zur Paarungssaison finden also „explosiv“ in kürzester Zeit (meist in Zeiträumen von wenigen Tagen bis hin zu einer Woche entsprechend der Populationsgröße) und ohne Vorwarnung statt. So schnell wie diese Versammlungen stattfinden, lösen sie sich auch wieder auf und können daher leicht verpasst werden. Dennoch lohnt es sich bei Frühjahrsspaziergängen an Seen, Weihern und Mooren die Augen und Ohren offen zu halten. Besitzt ihr einen Gartenteich könntet ihr im Falle der Molcharten sogar das Glück haben, diese in eurem Teich beobachten und die Männchen in ihrer Wassertracht bewundern zu können. 


Fabian Kruse für ArtenReich

Alle weiteren Teile dieser Reihe findet ihr hier.



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