Wer mag was am Futterhaus?
- 4. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Mai
Vogelfütterung ist oft gut gemeint, muss aber richtig gemacht werden, um nicht zu schaden.
Wichtig bei der Zufütterung ist immer die Hygiene der Futterstellen. Diese sollten regelmäßig gereinigt werden, damit Krankheiten nicht verbreitet werden.
Besonders in Futterhäuschen, lieber kleine Mengen füttern und vor dem Nachfüllen altes Futter entfernen, so wird auch einer Schimmelbildung vorgebeugt.
Futtersäulen oder -spender sind besser geeignet, da das Futter hierbei nicht durch die Ausscheidungen der Vögel verunreinigt wird. Andere Behälter und Schalen zur Reinigung einfach mit kochendem Wasser ausspülen und gut abtrocknen lassen.
Der Standort der Futterstelle sollte gut einsehbar für deren Besucher sein und in Reichweite von Sträuchern oder anderen Versteckmöglichkeiten liegen. So können Fressfeinde rechtzeitig erkannt und Deckung gesucht werden.
Wer mag nun was am Futterhaus?
Je nach Ernährungsweise, haben die unterschiedlichen Vogelarten unterschiedliche Vorlieben am Vogelhäuschen:
Weichfutterfresser, wie Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig und Star mögen besonders Haferflocken, Rosinen (ungeschwefelt), Mohn oder Äpfel, vorzugsweise in Bodennähe.
Obst sollte lieber im Ganzen angeboten werden, damit kleine Stücke selbst herausgepickt werden können. Das Kleinschneiden ist überflüssig und zudem gefährlich, da die Stückchen bei kalten Temperaturen gefroren geschluckt werden, was lebensbedrohlich sein kann.
Zu den Körnerfressern gehören Finken, Ammern und Sperlinge (ugs. Spatzen). Mit ihrem kräftigen Schnabel können sie verschiedenste Sämereien verspeisen. Besonders gerne fressen sie gehackte (ungesalzene) Nüsse, Sonnenblumenkerne oder Hanfsamen. Es können auch hochwertige Körnermischungen angeboten werden. Dabei darauf achten, dass keine Füllstoffe, wie Weizen, enthalten sind.

Meisen, Kleiber und Buntspecht sind die „Allesfresser“ unter den Gartenvögeln. Sie ernähren sich eigentlich von Insekten, können aber im Winter ihre Nahrung auf Körner umstellen. Wie die Körnerfresser freuen sie sich am Futterplatz über Sonnenblumenkerne oder auch Körner-Fettfutter-Mischungen, wie die klassischen Meisenknödel. Diese entweder direkt lose kaufen oder ohne Netz z.B. in einem alten Schneebesen aufhängen. In den Netzen können die Vögel hängen bleiben und sich verletzen. Die leeren Netze können auch andere Arten gefährden, wenn sie in die Umwelt gelangen. Also lieber weglassen!
Generell sollten auf keinen Fall Brot, gesalzene Nüsse oder Essensreste gefüttert werden.
Ganzjährig füttern oder nur im Winter?
Mittlerweile wird durch Experten, wie Professor Peter Berthold, dem ehemaligen Direktor der Vogelwarte Radolfzell, eine ganzjährige Fütterung empfohlen [1]. Zum einen können die Vögel sich an die Futterstellen gewöhnen, zum anderen bieten diese eine zuverlässige Nahrungsquelle, auch in Zeiten von Nahrungsknappheit.
Jedoch sollte bei der Sommerfütterung auf Fett-Futter und Nussbruch sowie Sonnenblumenkerne verzichtet werden, da dieses für die Jungvögel schwer verdaulich ist. Stattdessen das angebotene Futter auf kleine fettarme Samen von Wildpflanzen beschränken. Diese Art von Vogelfutter wird im Handel oftmals als „Waldvogelfutter“ oder „Sommerfutter“ angeboten.
Besonders während der Brutzeit von April bis Juli kann das angebotene Futter zwar die Nahrungsversorgung der Altvögel erleichtern, die Jungvögel sind aber auf tierische Nahrung in Form von z.B. Insekten angewiesen. Diese können als Extra, am besten lebend oder bei tiefgefrorenem Futter aufgetaut angeboten werden.

Wer seinen Gartenvögeln langfristig etwas Gutes tun möchte, sollte naturnah gärtnern:
Viel wichtiger als die Fütterung ist ein geeigneter Lebensraum mit natürlichen Nahrungsquellen.
Heimische Gehölze und Stauden bieten den Vögeln das ganze Jahr über ein reichhaltiges Nahrungsangebot in Form von Beeren und Früchten. Auch Insekten werden durch heimische Blühpflanzen angezogen und sind besonders während der Jungenaufzucht essenzieller Nahrungsbestandteil unserer Brutvögel.
Das „Aufräumen“ im Garten sollte ebenfalls nicht zu strikt verfolgt werden. In Laub- und Komposthaufen finden viele unserer Gartenvögel reichlich Nahrung in Form von Würmern, Insekten und Spinnen.
Verblühte Samenstände von Distel und Co sind weitere wichtige Nahrungsquellen, besonders für die Körnerfresser, und zugleich Winterquartier zahlreicher Insekten, die wiederum wichtig für die Nahrungsverfügbarkeit während der Brutzeit sind.
Auch Fallobst sollte bis zum Frühjahr liegen bleiben dürfen und erfreut dann im Herbst und Winter besonders die Amseln.
Wer also, neben der Vogelfütterung, einen geeigneten Lebensraum für seine Gartenbewohner schafft, der fördert gleichzeitig die Artenvielfalt.
Hannah Dietterle für ArtenReich
Quellen
[1] Peter Berthold & Gabriele Mohr (2021): Vögel füttern - aber richtig. Das ganze Jahr füttern, schützen und sicher bestimmen. Stuttgart: Kosmos.





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