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Natürlich Ostern!

  • 31. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Apr.

Bunte Ostereier gehören schon lange traditionell zum Osterfest und wurden ursprünglich als Anerkennung und Dank verschenkt. Heutzutage wird das gemeinsame Eierfärben und -suchen zum Spaß für die ganze Familie – und das geht auch natürlich!


Beim Eierfärben mit Naturfarben sind zwar die Farbergebnisse weniger knallig als mit den gekauften Färbemitteln, aber dafür kommen Naturfarben ganz ohne bedenkliche Inhaltsstoffe aus.


Das braucht ihr: 

Eier – am besten aus der Nachbarschaft!

Wer Eier im Laden kauft, sollte zu Eiern der Haltungsstufe 0 (Bio) greifen. Diese bieten den Hennen tagsüber Freilauf und etwas mehr Platz im Stall, im Vergleich zu den anderen Haltungsformen, bei denen sich neun Tiere 1 qm Stallfläche teilen müssen.

Ausführliche Infos zu den unterschiedlichen Haltungsformen findet ihr hier.


Durch die Grundfarbe der Eier werden letztendlich die Farbergebnisse beeinflusst. Mit verschiedenfarbigen Eiern lassen sich daher unterschiedliche Farbnuancen erzielen.


Naturfarben – diese findet man oft direkt vor der Haustür, also raus mit euch!

Denn viele Pflanzen enthalten färbende Inhaltsstoffe. Vor dem Pflücken bitte sicherstellen, dass die Pflanzen nicht geschützt oder giftig sind.


Weiterhin können beim Kochen anfallende Gemüseschalen oder -reste zum Färben genutzt werden. Durch Ausprobieren zeigt sich was funktioniert!


Folgende Pflanzen eignen sich:
  • Rotkohl/Holunderbeeren (violette bis blaue Färbung)

  • Rote Beete/Malvenblüten (rote bis pinke Färbung)

  • Kurkuma/Birkenblätter/Kamillenblüten (gelbe bis orange Färbung)

  • Zwiebelschalen (orange bis rostrote Färbung)

  • Kaffeesatz oder Schwarztee (braune Färbung)

  • Petersilienstängel/Spinat/Giersch (grüne Färbung)

  • Brennnesselblätter (gelbgrüne Färbung)


Weiterhin benötigt ihr:
  • Töpfe

  • Gläser oder Tassen – für das Farbbad.

  • Küchenschürze, Tischunterlage – besonders Kurkuma kann abfärben.

  • Essig – dieser löst den Kalk in der Eierschale an, wodurch die Farben besser von der Schale aufgenommen werden können.

  • Küchenkrepp – zum Abtrocknen der gefärbten Eier.


Und so geht's: 

  1. Die Eier für ca. 10 Minuten in Wasser kochen.


  2. In der Zwischenzeit die Naturfarben herstellen:

    – Gemüseschalen, Blüten und Kaffeesatz einfach mit heißem Wasser aufgießen und ziehen lassen.

    – Frischen Rotkohl sowie Pflanzenblätter/-stängel mit Wasser bedecken und für 10-20 Minuten auskochen.


    Verschiedene Farbsude aus Pflanzen © Hannah Dietterle
    Verschiedene Farbsude aus Pflanzen © Hannah Dietterle
  3. Vor dem Färben können die Pflanzenteile aus dem Sud entfernt werden, um einheitliche Farben zu erhalten, ansonsten kann man auf die entstehenden Muster gespannt sein.


  4. In den jeweiligen Farbsud einen kleinen Schuss Essig geben.

    Der Rotkohlsud verändert dadurch seine Farbe in violett. Gibt man hingegen etwas Natron statt Essig zum Rotkohl, wird der Farbsud blau.


    Farbsud aus Rotkohl und Natron © Hannah Dietterle
    Farbsud aus Rotkohl und Natron © Hannah Dietterle
  5. Die gekochten Eier in den Farbsud legen und mindestens 1 Stunde ziehen lassen. Je länger die Eier im Farbsud bleiben, desto intensiver wird das Farbergebnis. Für besonders kräftige Farben können die Eier auch über Nacht im Farbsud bleiben.

    Alternativ können die Eier auch direkt im Farbsud gekocht werden.


  6. Die Eier im Anschluss auf einem Küchenkrepp abtrocknen lassen.

    Fertig sind die natürlich bunten Ostereier!

Natürlich gefärbte Ostereier © Hannah Dietterle
Natürlich gefärbte Ostereier © Hannah Dietterle

Wer mag kann die Eier vor dem Färben mit Schnüren umwickeln oder kleine Blätter am Ei befestigen, z.B. mithilfe einer alten Nylon-Strumpfhose. Die abgedeckten Bereiche werden dann nicht mitgefärbt und ergeben schöne Muster.


Unser Fazit:

Die Vorbereitung der Farbsude lässt sich kinderleicht umsetzen und bereits der Herstellungsprozess ist ein Erlebnis, welches die Vielfalt von Naturmaterialien zeigt. Die Färbetechnik lässt sich wie mit herkömmlichen Eierfarben anwenden, lediglich etwas mehr Geduld ist gefordert, bis sich ein Ergebnis sehen lässt.


Besonders der Sud aus Zwiebelschalen (4. Ei oben) oder Rotkohl (1. Ei unten) ergab kräftige Farben. Auch Kurkuma hat auf hellen Eiern gut abgefärbt (5. Ei oben). Je nach Grundfarbe der Eier ergaben sich andere Farbtöne (2. Ei oben und unten).

Durch das Experimentieren mit unterschiedlichen Einwirkzeiten oder das Wechseln der Eier in einen anderen Farbsud konnten wir weitere Farbtöne und Mischfarben erzielen. Karottenschalen haben eine schwach hellgelbe Färbung verursacht. Ein nachträgliches Bad im blauen Farbsud brachte dann einen sanften Grünton hervor (4. Ei unten).


Das Färben mit natürlichen Pflanzenstoffen ist nicht nur eine nachhaltige Alternative, sondern fördert auch Kreativität und Neugier. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Pflanzen ist dabei ebenso interessant wie wichtig für ein Naturverständnis.

Dabei ist der Umgang mit den Naturfarben unbedenklich – im Gegensatz zu künstlichen Färbemitteln – und daher ideal, um gemeinsam mit Kindern Ostereier zu färben.

Kleine Abweichungen und Überraschungen gehören dabei dazu und machen jedes Ei zu einem Unikat.


Also, seid experimentierfreudig und lasst eurer Phantasie freien Lauf!

 

Hannah Dietterle für ArtenReich 

Weiterführende Informationen

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