top of page

ArtenReich? Nomen est omen

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Die gemeinnützige ArtenReich GmbH mit Sitz in der Elbtalaue wirkt dafür, Menschen für Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren und auf den Schwund der Arten, eine weithin unterschätzte Gefahr, aufmerksam zu machen.

  

Von den geschätzt acht Millionen Arten sind inzwischen eine Million verloren gegangen. Täglich sterben auf der Erde, so die internationale Naturschutzorganisation WWF, zwischen 150 und 200 Tier- und Pflanzenarten aus. Mit den schwindenden Arten, so der Evolutionsbiologe Professor Matthias Glaubrecht, verlieren die fragilen ökologischen Netzwerke des Lebens immer mehr Maschen und Knoten. Mit jedem Verlust leidet deren Stabilität. Fallen zu viele aus, zerreißt das Gewebe. Die Folgen sind fatal, auch für unser Überleben. (1)


ArtenReich wirkt darauf hin, dass Menschen die Artenvielfalt schützen, fördern und ein anderes, partnerschaftliches Verhältnis zur Natur entwickeln. Ein Bewusstsein dafür auszubilden, dass Mensch und Natur auf vielfältige Weise miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. 

Gemeinsam mit einem motivierten Team machen sich die Initiatoren Torsten und Tristan Kallweit dafür stark, dass biodiverser gedacht und gehandelt wird. Mit ihrem Engagement tragen sie den Expertenmeinungen Rechnung, die angesichts der bedrohlichen Entwicklung eine Kehrtwende fordern, die umgehend in Angriff zu nehmen ist. 


Es wird Zeit, dass wir uns mit Biodiversität beschäftigen, dass wir diesen sperrigen Begriff in unser Vokabular und unsere Debatten einbauen. Er muss genauso zum Gesprächsthema werden wie der Klimawandel, die Energie-Krise, die Corona-Pandemie, das Rentensystem oder die Ausbildung unserer Kinder. Biodiversität darf nicht länger als Nischenthema gelten, als etwas für Romantiker*innen oder Sonderlinge. Sondern sie muss ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Bisher ist Biodiversität noch kein gleichwertiger Teil der Nachhaltigkeitsdebatte. Doch ohne rasche und durchgreifende Maßnahmen zu ihrem Erhalt entziehen wir uns die eigene Lebensgrundlage (2)

Das forderten die Wissenschaftsjournalistin Friederike Bauer und die Direktorin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Katrin Böhning-Gaese, in ihrer Publikation “Vom Verschwinden der Arten” bereits 2023. Multiple Krisen sind derzeit allerdings dafür verantwortlich, dass Projekte für den Natur- und Artenschutz wieder zurückgefahren werden. So erklärte Bundeskanzler Friedrich März auf dem Parteitag der CSU am 13. Dezember 2025, dass er nicht bereit sei, Umwelt- und Klimaschutz so hoch aufzuhängen, dass damit ein großer Teil des industriellen Kerns in Deutschland verloren gehe. Zu lange schon hätte die Umweltpolitik die Konjunktur gebremst und damit letztlich auch die Demokratie geschädigt. 


Privates Engagement ist somit gefragter denn je. Jede/r kann einen Beitrag leisten, Natur nicht zu zähmen, sondern wachsen zu lassen. “Eine Welt zu erschaffen, die wieder ein bisschen wilder ist”, wie es Simone Böcker in ihrer Publikation “Rewilding” treffend formuliert. Es geht darum, der Natur mehr Raum für Eigenentwicklungen zu geben, um natürliche Kreisläufe wieder herzustellen und ein Bewusstsein dafür auszubilden, dass Mensch und Natur auf vielfältige Weise miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. 


Team-Artenreich-Elbtalaue
Das ArtenReich-Team

Dafür steht das ArtenReich:  als ein Impulsgeber, wie man der Natur ihren Lauf lassen und somit ein Stück Wildnis etwa in den eigenen Garten bringen kann. Inspiriationen finden Interessierte hier im Blog, auf unseren Kanälen Instagram und Facebook sowie zukünftig im Neuhauser GartenReich, dem Herzstück von ArtenReich. Auf dem Gelände von Öko Pro Kallweit entsteht ein naturnaher und dem Klima angepasster Lebensraum für einheimische Tiere und Pflanzen, der Natur in ihrer Ursprünglichkeit und Wildheit erfahrbar macht. Mit Blühwiese, einem Teich für Amphibien, einem kleinen Moor, Habitaten für Fledermäuse, Ringelnattern, Eidechsen und Brutvögeln. Im GartenReich, so die Initiatoren, soll beispielhaft wahrnehmbar werden, welche Kraft und Schönheit Natur entfaltet, so sie nicht zurückgedrängt und domestiziert wird. 


Gesine von Prittwitz für ArtenReich

------ 

(1) Matthias Glaubrecht: Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten, München 2019. 

(2) Friederike, Bauer, Katrin Böhning-Gaese: Vom Verschwinden der Arten. Der Kampf um die Zukunft der Menschheit, Stuttgart 2023, S. 12. 

bottom of page