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Verhindert Waldbrände!

  • 31. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

In seinem 1929 erschienenen Buch „Tiertragödien“ beschreibt der mecklenburgische Förster Alexander Schmook verschiedene, von Menschen ausgehende Gefahren für die heimische Tierwelt. Schmooks Ziel ist es, den Lesenden das Leiden der Tiere näherzubringen, um mehr Empathie für – sowie einen schonenderen und bewussteren Umgang mit – Tieren herbeizuführen. Ein Kapitel, das nachfolgend wiedergegeben sei, widmet sich der Waldbrandgefahr [1].


Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, um 1960
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, um 1960

Lebensstrotzend erwacht im Mai das Leben der Pflanzen und Tiere. An einem trocken-heißen Sonntag erfährt der Förster von einer Gruppe junger Wanderer, die sich in seinem Wald aufhalten und ihr Mahl zubereiten. Mit gestilltem Hunger zogen die Jugendlichen weiter und hinterließen ihre Feuerstelle nur dürftig gelöscht. Zwar befahl die Aufsichtsperson, dass der Letzte das Feuer zu löschen habe. Doch der Nachzügler nutzte den unbeaufsichtigten Moment, um sich eine Zigarette anzustecken.


Wenig später transportieren leichte Wirbelwinde trockenes Laub auf die Glut, um angesengt auf das angrenzende Gras zu fallen. Am nächsten Waldabschnitt lässt die Aufsichtsperson „die singenden Kameraden an sich vorbei, um nach dem Zurückgebliebenen zu sehen. Das merkt der und läßt flugs den Zigarettenstummel fallen. Ein eiliger Fußtritt soll ihn löschen, geht aber halb vorbei.“ „Wird wohl aus sein“, denkt er. Jedoch: „Zu den größten Feinden des Waldes zählt der fahrlässige Raucher“ [2].


Noch glühende Zigarettenstummel bereiten den Forstbesitzenden und -verwaltungen seit Jahrzehnten Sorgen bei anhaltender Dürre © Paul Parey [3]
Noch glühende Zigarettenstummel bereiten den Forstbesitzenden und -verwaltungen seit Jahrzehnten Sorgen bei anhaltender Dürre © Paul Parey [3]

Nach dem Mittagessen eilt der örtliche Förster umgehend ins Revier, besorgt um den dürren Forst, in dem Wasser bereits seit Monaten ein Mangel ist. Der glimmende Zigarettenstummel reichte das Feuer an Grasstengel weiter, diese übergaben es niedrigen Büschen und rasch gerieten selbst „die noch am Stamme sitzenden Dürrnadeln und Rindenfetzen einer Kiefer“ in Brand. „Entsetzt unterbrach der Ringeltauber sein Lied, das er der brütenden Gattin gesungen.“ Der Förster „sieht zwei Ringeltauben über der Glut angstvoll hin- und herflattern, sieht, wie eine aufzuckende Flamme nach ihren Fittichen greift und sie ins feurige Grab reißt.“ „Höllenheiß, atemberaubend brodelt das Feuermeer.“


Waldbrand in Neuhaus/Elbe © Danny Schaurich (Feuerwehr Neuhaus/Elbe)
Waldbrand in Neuhaus/Elbe © Danny Schaurich (Feuerwehr Neuhaus/Elbe)

„Durch Rauchschwaden und leckende Feuergarben schwirren angstvoll Vögel, deren Nester mit Eiern oder Jungen von den Gluten verschlungen werden. Manch einen Altvogel, der in Angst um die Brut sich zu nahe an die Glut heranwagt, rafft das Feuer dahin. [...] Mit angekohltem Rücken stürzt eine hochbeschlagene Ricke aus der Dickung und flieht in ihrer Angst einen Stamm an, wo sie schlegelnd liegenbleibt. Die Flamme zischt über sie hin. Da liegt ein verkohlter Igel, hier ein Fasan, eine Krähe, verkohlt und kaum erkennbar.“


Bundespost warnt vor Waldbrandgefahr, 1960er Jahre
Bundespost warnt vor Waldbrandgefahr, 1960er Jahre

Die vom Förster längst herbeigerufene Hilfe kann dem Feuer nur wenig entgegensetzen. „Traurig sieht der Oberförster auf die schwarzen Baumgerippe und umschreitet die Brandstelle. [...] Nach verbranntem Fleisch riecht es hier und da. Hasen, Rehe und Vögel schwelen in der Glut.“ Still und voll Trauer umging der Förster die Stätte der Vernichtung.“


Ein Waldbrand erfordert schnelles Handeln © Danny Schaurich (Feuerwehr Neuhaus/Elbe)
Ein Waldbrand erfordert schnelles Handeln © Danny Schaurich (Feuerwehr Neuhaus/Elbe)

Zunehmende Trockenheit und die immer heißer werdenden Sommer steigern die Waldbrandgefahr. Unter diesen Bedingungen reicht oftmals ein kleiner Funke, der den Wald entzündet und das Feuer sich schnell ausbreiten lässt. Die meisten Brände entstehen durch Fahrlässigkeit: Rauchen, Grillen oder Scherben im Wald gehören zu den häufigsten Ursachen.

Es gilt also, sich achtsam zu verhalten, um Wald und Tiere vor Bränden zu schützen!


Wer Rauch im Wald oder Feuer entdeckt, sollte schnellstmöglich die Feuerwehr (112) alarmieren, damit der Brand frühzeitig eingedämmt werden kann.


Besonders die Monokulturen von Kiefern oder Fichten sind stark waldbrandgefährdet. Ein Waldumbau zu naturnahen, strukturreichen Mischwäldern und ein Wasserrückhalt in der Landschaft können die starke Ausbreitung von Waldbränden verringern.


Tristan Kallweit für ArtenReich

Quellen

[1] Alexander Schmook (1929): Tiertragödien. Neudamm: Julius Neumann, S. 41-51.

[2] Hans Ihle (1935): Feuer im Wald. In: Ehm Welk (Hrsg.), Der deutsche Wald, 471-476. Berlin: Ullstein, S. 476. Zwar ist Feuer in vielen Ökosystemen nichts Unnatürliches, „fast alle Waldbrände aber entstehen durch Menschenhand.“ Arnold von Vietinghoff-Riesch (1936): Naturschutz. Neudamm/Berlin: Julius Neumann, S. 123.

[3] Heinz Geilfus (1938): Lustige Jägerfibel. Berlin: Paul Parey.

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